Im Herzen der Nürnberger Altstadt sollen in naher Zukunft das Deutsche Museum Nürnberg, Wohnungen, Läden, Büros und Gastronomie ihren Platz finden.

Augustinerhof

UMSETZUNG

Die alpha Gruppe wird für dieses Grundstück ein Quartier, welches sich unaufgeregt und selbstverständlich in die gewachsene Altstadt integriert und doch seine zeitgemäße Eigenständigkeit nicht verleugnet, entwickeln - ein Stück lebendige Stadt inmitten von Historie. Das Konzept der alpha Gruppe zeigt seine Offenheit hinsichtlich verschiedenster Nutzungskonzepte. Durch Wohnen am Wasser, stilvolles Einkaufen und moderne Arbeitswelt neben den historischen Sehenswürdigkeiten wird in der Nürnberger Altstadt mit dem neuen Augustinerhof ein neues Kapitel aufgeschlagen.

DEUTSCHES MUSEUM NÜRNBERG

Das Deutsche Museum bekommt eine Zweigstelle in Nürnberg. „Im Herzen der Frankenmetropole soll etwas Besonderes entstehen mit einem eigenständigen Charakter und auf dem hohen Niveau des Deutschen Museums. Die neue Zweigstelle wird im Augustinerhof verwirklicht", stellte Finanzminister Dr. Markus Söder am Freitag (10.6.) in Nürnberg fest. „Die Zweigstelle in Nürnberg ist eine große Bereicherung der Kulturstadt Nürnberg. Es wird nicht nur ein Ableger des Museums sein, sondern bekommt mit dem eigenen Standort auch eine eigene Ausrichtung“, kündigte Söder an.

„Der Augustinerhof ist der ideale Standort mit einem hohen Maß an Qualität. Er ist die Mitte Nürnbergs und damit der zentrale Standort mit einer architektonisch herausragenden Leistung des Architektur-Büros Staab. Die Zweigstelle des Deutsche Museums wird damit eine der zentralen Einrichtungen sein. Das Areal am Hauptmarkt ist ein Filetstück in der Altstadt der Frankenmetropole. Der Augustinerhof im Herzen Nürnbergs ist attraktiv und gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen.

Generaldirektor Prof. Wolfgang M. Heckl freut sich: „Wir können auch in Nürnberg Naturwissenschaft und Technik erlebbar machen und Menschen dafür begeistern, die Zukunft mitzugestalten. Auf rund 1350 Quadratmetern Dauer- und 300 Quadratmetern Sonderausstellungsfläche bietet sich der ideale Rahmen zur Vermittlung unserer Inhalte. Das ist eine großartige, einmalige Chance - und wir werden sie nutzen.“ Das Deutsche Museum hat in den vergangenen Jahren auf Nürnberg zugeschnittene Ideen entwickelt, was man an dem neuen Standort präsentieren möchte. „Unser Konzept steht“, sagt Heckl. Um Zukunftsforschung, Science Fiction und Technikvermittlung soll es in dem neuen Museum gehen, um Visionen und Innovationen. Das inhaltliche Spektrum reicht dabei von Energie und Mobilität bis hin zu Kommunikation und Automation.

ARCHITEKTURWETTBEWERB

Das letzte Entwicklungsgrundstück im Herzen der historischen Altstadt verbindet den Hauptmarkt mit der Karlsbrücke. Was bisher als Brache die Wege in der Altstadt abgeschnitten hat, soll nun Raum für spannende Architektur öffnen. Durch die Entwicklung dieses Areals soll in der Nürnberger Altstadt mit dem neuen Augustinerhof ein neues Kapitel aufgeschlagen. Ein erster Schritt dazu war der Architekturwettbewerb, bei welchem der Entwurf von Volker Staab den ersten Platz belegte.

DER ENTWURF VON VOLKER STAAB

Die zentrale Lage in der Nürnberger Altstadt und die Idylle direkt an der Pegnitz bestimmen die Qualität dieses Standortes. Ziel eines jeden städtebaulichen Entwurfes für dieses Areal muss es neben der maßstäblichen Einbindung des Neubaus sein, die Standortqualität für möglichst viele Nutzer dieses Areals verfügbar zu machen. Es galt ein Quartier zu entwickeln, welches sich unaufgeregt und selbstverständlich in die gewachsene Altstadt integriert und doch seine zeitgemäße Eigenständigkeit nicht verleugnet. Entsprechend der städtebaulichen Figur werden auch die Freianlagen des Augustinerhofes gestaltet. Durch eine Differenzierung von Weg und Platzflächen werden die Gebäudekonturen nachgezeichnet und die Platzfläche zur Pegnitz mit einer Treppenanlage abgesenkt. Diese öffnet den Blick zum Wasser hin und ermöglicht auf Sitzstufen den Aufenthalt an diesem Ort. Geplant wurde deshalb eine städtebauliche Figur, welche über ein Tor in Sichtweite des Altstadtmarktes einen Raum eröffnet, der den Blick an das Ufer der Pegnitz frei gibt. Durch die öffentliche Verbindung zur Pegnitz und der anschließenden Karlsbrücke entsteht ein neues städtisches Wegenetz, welches die nördlichen und südlichen Altstadtseiten der Pegnitz ringförmig zusammenbindet.

DERZEITIGE NUTZUNG

2008 erhielt Gerd Schmelzer bei einer Zwangsversteigerung den Zuschlag für den noch kürzlich zerfallenen Augustinerhof. Auf dem zwischenzeitlich abgerissenen Areal sollen in naher Zukunft Wohnungen, ein Hotel, Läden, Büros und Gastronomie ihren Platz finden. Derzeit wird die Fläche als wohl bequemster Parkplatz Nürnbergs zwischengenutzt.

GESCHICHTE

Als eines der größten gescheiterten Nürnberger Immobilienprojekte der 90er Jahre und als lokaler „Schandfleck” in der Altstadt ist der Augustinerhof in der Vergangenheit zu traurigem Ruhm gekommen. Auslöser war der ambitionierte Investor Aboussaidy, der Ende der 1980er Jahre für 15 Mio. € das heute als Augustinerhof bezeichnete Gelände erwarb und dort eine moderne Einkaufspassage bauen wollte. Als Architekt wählte Aboussaidy den international renommierten, aus Franken stammenden Architekten Helmut Jahn, der einen Entwurf einer nach oben geöffneten Glaspassage präsentierte. Bei den Nürnberger Bürgern und Altstadtfreunden stieß der ehrgeizige Entwurf, gerne auch als „aufgeplatzte Bratwurst” verunglimpft, auf Ablehnung. Das Ganze mündete schließlich in einem Bürgerbegehren, wodurch das Projekt 1996 komplett zu Fall gebracht wurde und auch den damaligen Investor in den Ruin trieb. Seitdem lag das Grundstück brach und war dem Verfall preisgegeben, bevor es 2008 im Rahmen der Zwangsversteigerung von der alpha Gruppe erworben wurde. Entgegen der landläufigen Meinung ist übrigens der Name Augustinerhof keine Referenz an eine historische Nutzung des Geländes in der Nürnberger Geschichte, sondern ein Kunstname, der für das Projekt in den 90er Jahren vergeben wurde.

alle Planungsdarstellungen: © Staab Architekten

Eckdaten

Nutzungskonzept: Museum, hochwertiger Einzelhandel, Büro und Wohnen an der Pegnitz

Projektart: Revitalisierung eines zentralen Areals in der Altstadt

Erwerb: 2007

Status: Baugenehmigung, Zwischennutzung als Parkplatz

Grundstücksfläche: ca. 5.200 qm

Nutzfläche: ca. 13.000 qm, davon 5.500 qm Museum

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